| Der deutsche Ritterorden: |
Der Ursprung dieses Ordens fällt in die Zeit der ersten Kreuzzüge, während seine förmliche Stiftung erst 91 Jahre später erfolgte.
Nach der Eroberung Jerusalems 1099 kam eine große Zahl deutscher Pilger nach Palästina, welche schon dadurch, dass sie mit der Landessprache nicht bekannt waren, vielfach in Not gerieten.
Ein angesehener, dort ansässiger Deutscher nahm viele derselben bei sich auf, sodass sein Haus allmählich zur Herberge und Spital wurde für arme und kranke Deutsche, zumal seine Ehefrau ebenso mitleidig und hilfsbereit war, wie er selbst. Neben diesem Spital baute er eine der heiligen Jungfrau Maria geweihte Kirche.
Als aber trotz seines Reichtums seine Mittel nicht ausreichten dem zunehmenden Andrang Armer und Kranker zu genügen, gingen ihm hierfür von allen Seiten milde Beiträge zu. Ja, viele Deutsche begnügten sich hiermit nicht, sondern widmeten sich selbst der Pflege im neuen Spital. Hieraus entstand allmählich eine freiwillige Genossenschaft, welche sich Deutsche Spitalbrüder bei der St. Marienkirche zu Jerusalem nannte, klösterliche Gelübte ablegte und stillen Segen um sich ausbreitete.
Die Wiedereroberung Jerusalems durch Saladin um 1187, mochte jene Brüder zerstreut, das Spital beseitigt haben, aber in Deutschland lebte die Erinnerung daran fort. Hatten doch viele Deutsche diesem Spital, jenen frommen Samaritern Leben und Gesundheit zu verdanken gehbat.
Als daher während der Belagerung Acconīs (1189-1191) im dritten Kreuzzug, (St. Jean dÁcre-ptolemais) in dem zur Befreiung des heiligen Landes herbeigeeilten Kreuzheere aus Bremen und Lübeck, welche mit dem Grafen Adolf von Hostein (dem Schauenburger) dort angekommen waren, jene alte Wohlthätigkeits-Anstalt dadurch gleichsam wieder ins Leben rief, dass sie aus den Segeln ihrers Schiffes eine grosses Zelt aufschlugen und dieses zu einem Spital für kranke deutsche Landsleute einrichteten, deren Pflege sie selbst übernahmen.
Der Deutsche Heerführer, Herzofg Friedrich von Schwaben (der Hohenstaufer, zweiter Sohn, Friedrich Barbarossaīs und jüngerer Bruder Kaiser Heinrichīs VI.) und seine Ritter wurden dadurch angeregt, es ihnen nachzutun. Eingedenk des Beispiels jener Brüder vom St. Maria-Spital zu Jerusalem, beschlossen sie einen Orden Deutscher Ritter zu stiften, welche nicht nur, den Tempelherren gleich, für die Pilger kämpfen, sondern auch, wie die Johanniter und jene deutsche Spitalbrüder, dieselben pflegen sollten.
Dies geschah gegen Ende des Jahres 1190. Da der Bruder des Stifters Kaiser war, hatte Papst Cölestin III (1191-1198) keine Bedenken, dem Orden am 22. Februar 1192 seine Bestätigung zu erteilen.
Aus dem Gezelt von Segeltuch war inzwischen ein Spital hervorgegangen, welches die Brüder der genannten beiden Reichsstädte der Rittergenossenschaft übergeben hatten. Deren erster Großmeister war Heinrich Walpot von Bassenheim.
Zweiter Ordensmeister war Otto von Kerpen, dritter Hermann Barth, vierter jener berühmte Hermann von Salza, welcher die Ordensherrschaft in Preussen begründete. Kaiser Friedrich II. verlieh den Ordenmeistern die Reichsfürstenwürde und 1226 bei Bestätigung des Besitzes vom Lande Culm und von dem in "Preussen" zu erwerbenden Gebiet "über die preussischen Besitzungen" alle Macht und Berechtigung, wie sie ein Reichsfürst über sein Land ausüben kann.
Erst die wirkliche Besitzergreifung dieses Landes jedoch verlieh dem Oden eine entscheidende politische Bedeutung.
Nördlich von Polen lag das Land "Preussen". In Konradīs, jüngerer Sohn Herzogs Casimir (1206-1227), Gebiet lebte der Bischof Chritian vom Cistercienser-Oden, dem Papst Innocenz III (1198-1216) Preussen als Bistum zugewiesen hatte. Als nun die heidnischen Polen, die dortigen Christen überfielen und auch in das Gebiet des Herzogs Konrad drangen, der dort domizilierte Schwertbrüder-Orden aber nicht stark genug war, dieselben zurücktzudrängen, rief Herzog Konrad auf Rat jenes Bischofs um 1226 die Deutsch-Ordens-Ritter ins Land, und bot deren Meister Hermann von Salza als Preis das Culmer Land als Ordenssitz an. Mit Genehmigung des Papstes ward dies Anerbieten angenommen und 1230 die Besitzurkunde (Standke, Deutsche Geschichte gibt dafür 23.April 1228 und für die wirkliche Besitzergreifung das Jahr 1230 an) darüber ausgestellt. Dieses umfasste das Land Culm, das Gebiet von Löben und alles was in dortiger Gegend, den Ungläubigen (hier für Heiden, sonst für Mohammedaner) entrissen werden würde.
Der Wahlspruch des Ordens lautete: "Helfen, Wehren, Heilen"
Die Begrüßungsformel lautete: "Pax vobiscum" (Friede sei mit Euch) Antwort: "Et cum spiritu tuo" (und mit Deinem Geiste).
| Der Templerorden: |
Das genaue Gründungsdatum des Ordens ist nicht bekannt. Es dürfte aber zwischen 1118 und 1121 liegen. Schwierigkeiten der Datierung beruhen auf dem zeitgenössischen Stil der Urkunden. Das Konzil von Troyes, in dessen Rahmen die erste urkundliche Erwähnung fällt, ist zeitgenössisch für den Januar 1128 verbrieft. Allerdings wurden damals in Südfrankreich die Urkunden im sogenannten Stil Mariä Verkündigung datiert, in dem der Jahresbeginn am 25. März begangen wird, so dass der urkundliche 13. Januar 1128 wahrscheinlich der 13. Januar 1129 nach heutiger Zeitrechnung war. Diese Deutung ist, wie fast alles in der frühen Ordensgeschichte, nicht unumstritten. In der betreffenden Urkunde wird vom neunten Gründungsjahr gesprochen, was mit der oben genannten Einschränkung auf eine Gründung im Jahre 1119 oder 1120 schließen lässt.
Zu dieser Zeit war Jerusalem ein Anziehungspunkt für viele Pilger und Abenteurer aus Europa. Kurz nach dem ersten Kreuzzug stand der Seeweg offen. Die Straßen von der Küste ins Landesinnere waren jedoch sehr unsicher. Die zahlreichen Pilger in den bergigen Regionen der Strecke von Jaffa über Ramla nach Jerusalem zogen Räuber an. Der Großteil des Kreuzritter-Heeres war nach Europa zurückgekehrt, weshalb kaum Schutz vor Überfällen bestand. Aller Wahrscheinlichkeit nach waren es Hugo von Payens, Gottfried von Saint-Omer und sieben weitere französische Ritter, die daher einen Orden gründeten, dessen Aufgabe es sein sollte, die Straßen des heiligen Landes für die christlichen Reisenden zu sichern. Die Ritter legten vor dem Patriarchen von Jerusalem ein Ordensgelübde ab. Neben den "klassischen" Gelübden, die sich auf Armut, Keuschheit und Gehorsam bezogen, verpflichteten sich die Ordensbrüder jedoch zudem, den Schutz der Pilger sicherzustellen.
Als weitere Gründungsmitglieder gelten neben Hugo von Payens und Gottfried von Saint-Omer auch Andreas von Montbard (ein Onkel Bernhards von Clairvaux), Gundomar, Gudfried, Roland, Payen von Montdidier, Gottfried Bisol und Archibald von Saint-Amand.
Die frühe Ordensbezeichnung lautete Paupere Militie Christi (Arme Ritter Christi). Der neue König von Jerusalem, Balduin II., überließ den Templern im Jahre 1119 die Gebäude seines ehemaligen Palastes, die auf dem Gelände des alten Tempels Salomons erbaut gewesen sein sollen. Er selbst bezog einen neugebauten Palast beim Davidsturm. Der Orden nannte sich daraufhin Pauperes commilitones Christi templique Salomonici Hierosalemitanis (Arme Ritter Christi und des Tempels von Salomon zu Jerusalem), woraus sich dann die heute üblichen Namensgebungen Templer, Tempelritter, Tempelherren bzw. Templerorden ableiten.
| Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem: |
Historischer Hintergrund:
Der Ritterorden des Grabmals zu Jerusalem entstand während der Kreuzzüge. Ursprünglich waren die Ritter der Armee Jerusalems während der Kreuzzüge König Balduin IV. unterstellt, welcher allerdings wegen einer lepraähnlichen Krankheit nicht selbst an den Kreuzzügen teilnehmen konnte. Ihre Aufgabe war in erster Linie die Verteidigung des heiligen Landes. Sie stritten Seite an Seite mit dem berühmten Richard I. Löwenherz, welcher direkt nach der Krönung zum König von England ins heilige Land aufbrach, um sein Kreuzzugsgelübde zu erfüllen. Die blaue Farbe des Gewands und das Wappen mit den fünf Kreuzen auf der Brust zeichneten die Ritter Jerusalems aus. Nur das Gewand des König selbst wurde durch goldene Ergänzungen von den anderen abgehoben.
Der Orden der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem (lat.: Ordo Equestris Sancti Sepulcri Hierosolymitani, kurz: OESSH) ist aufgrund seiner besonderen Geschichte zugleich eine juristische Person des kanonischen Rechts (seit 1949) sowie juristische Person des Vatikanstaates, somit also eine päpstlich anerkannte Gemeinschaft katholischer Laien und Priester.
Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem genießt die gleiche unmittelbare Anerkennung wie die übrigen päpstlichen Ritterorden (Christusorden, Orden vom Goldenen Sporn, Piusorden, Gregoriusorden und Silvesterorden), unterscheidet sich von diesen jedoch dadurch, dass er mit dem Malteserorden einer von zwei Orden ist, die in einem besonderen Souveränitätsverhältnis zum Heiligen Stuhl stehen. Beide Orden haben ihren Ursprung nicht einer päpstlichen Stiftung zu verdanken.
Seine beiden Wurzeln hat der Orden einerseits im Chorherrenorden vom Heiligen Grab, der aus dem Domkapitel des Patriarchates von Jerusalem hervorging, andererseits in dem aus dem 14. Jahrhundert stammenden Brauch, sich bei einer Pilgerfahrt ins Heilige Land vom Franziskaner-Guardian zum Ritter schlagen zu lassen. Viele prominente Adelige nahmen die strapaziöse und gefährliche Reise auf sich, um am Grab des Herrn zu seinem Ritter geschlagen zu werden: Herzog Ernst der Eiserne, Oswald von Wolkenstein, Kaiser Friedrich III., Landgraf Wilhelm I. von Hessen und andere. Mehrere Bestätigungen von päpstlicher Seite wurden diesem Brauch und den Rittern vom Hl. Grab zu Teil. 1847 wurde das Lateinische Patriarchat Jerusalem wiedererrichtet; Papst Pius IX. reorganisierte daraufhin mit Apostolischen Schreiben Cum multa vom 24. Januar 1868 das alte Rittertum vom Heiligen Grabe und gestaltete es zu einem förmlichen päpstlichen geistlichen Ritterorden. Der Orden war zunächst direkt dem Patriarchen von Jerusalem unterstellt. Die Päpste haben sodann persönlich den Orden geführt, bis Pius XII. mit dem Statut von 1949 einen Kurienkardinal als Großmeister des Ordens etablierte.
Das Apostolische Schreiben vom 6. Januar 1928 legte fest, dass ungeachtet der Traditionen und historischen Wurzeln bei der Frage der Privilegien für die Ritter und des Ordens insgesamt sich der Orden auf keinerlei Urkunden vor dem 24. Januar 1868 berufen könne. Damit wurden insbesondere die Privilegien, die der Kustode des Franziskanerordens Bonifaz von Ragusa 1553 erließ, außer Kraft gesetzt.
Am 27. Juli 1931 erhielt der Orden Ritterorden vom Heiligen Grab den Zusatz zu Jerusalem. Ebenfalls wurde festgelegt, dass die Ernennung neuer Ritter dem Päpstlichen Brevensekretariat zur Genehmigung mitgeteilt werden muss; damit erhält die Auszeichnung der neu ernannten Ritter zugleich die offizielle Anerkennung aller Regierungen, die mit dem Heiligen Stuhl in diplomatischer Beziehung stehen.
Kennzeichen ist das rote fünffache Jerusalemkreuz; dieses wurde von Gottfried von Bouillon (französisch Godefroy de Bouillon), der ein Anführer beim Ersten Kreuzzug war, und der nach der Eroberung Jerusalems der erste Regent des neu gegründeten Königreichs Jerusalem wurde, erstmals als Wappen geführt. Adelige Ritter und Bischöfe des Ordens vom Heiligen Grab können das Ordenskreuz zu ihrem Adelswappen bzw. Bischofswappen hinzunehmen.
Das Leitmotiv des Ritterordens lautet: "Deus lo vult" (übersetzt: "Gott will es"), in großen lateinischen Buchstaben.
Der Gründer des "Ordens" bzw. der Beschützer des heiligen Grabes:
GOTTFRIED VON BOUILLON, der Eroberer von Jerusalem im 1. Kreuzzug, seit 1076 Herzog von Nieder-Lothringen, geb. um 1060, gest. (an der Pest) 18.7. 1100 in Jerusalem.